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Normal-Wie-Wir
ein Film von Stefanie Platen


Willkommen

..auf der Website zum Film "Normal wie Wir".

Hier kannst Du das PDF zum Film laden (Englisch): » just-like-us.pdf


Der Film

Hochhäuser, eine Umgehungsstraße, ein Gewerbegebiet – und mittendrin ein Wäldchen. Unter den verknorpelten Eichen verstecken sich verwunschene Hexenhäuschen. Jemand hackt Holz, ein kleines Mädchen badet seine Barbiepuppe in einer Regentonne, eine Frau mit roten Dreadlocks pflanzt Tulpenzwiebeln. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich um an-, um- und ausgebaute Bauwagen handelt.­

Der Hamburger Bauwagenplatz Henriette, eine Idylle auf Abruf. Denn ein dauerhaftes Leben im Wagen soll nicht gefördert werden – so steht es im Hamburger Wohnwagengesetz.
In anderen deutschen Städten ist die Rechtslage ähnlich. Trotzdem leben in der Bundesrepublik vermutlich 1800 Menschen auf solchen Plätzen, allein in Hamburg sind es rund 150.
Seit Jahren kämpfen sie darum, dass ihre Lebensform akzeptiert und rechtlich abgesichert wird, doch das staatliche Misstrauen gegen sie scheint eher zu- als abzunehmen. So ließ die CDU-Schill-Regierung im Herbst 2002 den Bauwagenplatz Bambule mit einer bis dahin nicht gekannten Härte räumen. Zwei Monate später waren die Proteste gegen diese Räumung zur größten Demonstration seit den Auseinandersetzungen um die Hafenstraße geworden.

Der rechtspopulistische Innensenator hatte mit hochgerüsteten Polizei- Hundertschaften die vorweihnachtliche Innenstadt lahm gelegt, während die Bambule-Aktivisten mit immer neuen, originellen und gewaltfreien Aktionen überraschten. Bis weit in die besseren Stadtviertel fragten sich die Bürger, ob ein Bauwagenplatz denn wirklich behandelt werden muss wie eine terroristische Vereinigung.

Inzwischen musste der rechtspopulistische Innensenator zurück treten, die Stadt wird von der CDU allein regiert, doch die ehemaligen Bambule-Bewohner stehen noch immer auf der Straße. Während es vor fünf Jahren noch 12 Bauwagenplätze gab sind es heute nur noch fünf. Alle haben einen befristeten Vertrag –wenn er ausläuft droht auch ihnen jedes Mal die Räumung.

Die Gnadenfrist der Henrietten-Gruppe endete offiziell am 31.12.05. Seit dem ist auch sie wieder nur noch geduldet. Drei Jahre lang hatte sie mit dem zuständigen Bezirksamt um einen Vertrag verhandelt. Als man sich im Herbst 2003 endlich einig war, lehnte der CDU-Schill Senat kategorisch ab und drohte die Räumung im April an. In letzter Minute hatte sich die jetzt amtierende CDU-Regierung eines Besseren besonnen und weitere 18-Monate Aufschub gewährt. Noch können die Frau mit den Dreadlocks, das kleine Mädchen und die anderen ihren Traum vom Leben im Wagen verwirklichen..
Wie sieht dieser Traum im Alltag aus, was macht seinen Reiz aus? Erproben die Wagen-Gemeinschaften vielleicht Formen des einfacheren Lebens, der Eigenverantwortung und Solidarität, von denen auch andere etwas lernen könnten? Und warum erscheint dem deutschen Staat das Wagenleben so bedrohlich, dass er es nur in befristeten Ausnahmefällen erlaubt?

Der Dokumentarfilm „Normal wie Wir“ nähert sich diesen Fragen aus der Innensicht. Wir begleiten Marion und ihre Tochter Swan, sowie Leo, Andre, Tissi, Fiti u.a. von der Henriette über einen Zeitraum von gut 20 Monaten, bis ins Frühjahr 2006.


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Festivals

AFIA Film Festival - Denmark, Aarhus 25.-30. April 2007
plattform-no budget - Germany, Tübingen 18.-20. May 2007
Swansea Film Festival - Wales/UK, Swamsea 01.-10. June 2007


Accepted:

Everglades Film Festival - SouthAfrika, Everglades 24.-29. Sept. 2007

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Motivation

Menschen die anderes leben haben mich schon immer fasziniert, ganz besonders, wenn sie bereit sind für ihre Vorstellungen vom Leben zu kämpfen.
Deshalb war ich im Jahr 2002 mit meiner Kamera dabei, als der Bauwagenplatz Bambule in Hamburg geräumt wurde. Ich wurde Zeugin von ungeheuer brutalen Polizeieinsätzen gegen eine Gruppe von jungen Leuten, die ihren Platz hartnäckig aber absolut gewaltfrei verteidigte. Die täglichen Auseinandersetzungen in den folgenden Wochen entwickelten sich zu den größten politischen Demonstrationen, die die Stadt seit langem erlebt hatte. Am Ende musste der amtierende rechtskonservative Innenminister von Hamburg zurücktreten.

Was am Bauwagen-Leben ist es, das den Staat derart provoziert? Wieso werden zwei Dutzend junge Leute, die nichts weiter wollen als einen Platz in der Stadt, auf dem sie mit ihren Wagen wohnen und ihren Traum von einem eigenverantwortlichen selbstbestimmten Leben verwirklichen können, behandelt wie Staatsfeinde?
Ich musste mit ansehen, wie Frauen mit kleinen Kindern ihrer gesamten Habe entledigt wurden, durch Beschlagnahmung der Wagen. Dass ihnen nicht einmal die Möglichkeit gelassen wurde, noch die nötigsten Dinge, wie Windeln, Schnuller und Babyklamotten aus ihren Wagen zu holen. Dass sie einfach im Winter bei – 10 Grad auf die Strasse gesetzt wurden. Ganz zu schweigen von den üblichen Bespitzelungen, erkennungsdienstlichen Behandlungen und Ingewahrsamnahmen, denen die Leute ständig ausgesetzt sind.
Was am Wagenleben kann so schön sein, dass man all das in Kauf nimmt? Dabei könnten alle, die ich hier kennen gelernt habe ohne Probleme eine nette Wohngemeinschaft finden, und manche hätten vielleicht sogar eine eigene Wohnung finanzieren können.

Ich wurde neugierig: Wie sieht der Alltag auf einem Bauwagenplatz aus, welche Träume und Utopien, werden in diesem Alltag verwirklicht? Auf den Protesten gegen die Bambule-Räumung traf ich Marion, Leo, Phillip und andere, die mich auf ihren Platz „Henriette“ einluden. Ich lernte mit wie wenig Wasser, Holz und Strom man auskommen kann – und wie gemütlich das sein kann. Und begann zu begreifen, was für ein hohes Maß an gegenseitiger Verantwortung, praktischer Nachbarschaftshilfe und Fürsorge auf einigen Bauwagenplätzen herrscht. Davon soll „Normal wie wir“ genauso erzählen wie von den politischen Kämpfen, mit denen das Wagenleben in Deutschland weiterhin unauflöslich verbunden ist.

Stefanie Platen



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Die Crew

Buch, Regie, Kamera
Stefanie Platen
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Buch, Producer
Sigrun Matthiesen
»Mail

Schnitt
Anke Wiesenthal

MusiK
Valentin Heinrich
Anton Soetrisno
Syafril Firdaus
Gesa Zill
Sören Grimme
Guts Pie Earshot   »Web

Sound
Anton Soetrisno

Sound, 2.unit Operator
Timo Selengia

Executive
Bianca Ott

Produktion
Toller Ort TV & Film GmbH
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Website & Flyer
ibotic.net
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